Solidarität mit Henryk M. Broder

Verbreitung und Diskussion des öffentlichen Schreiben von Henryk M. Broder vom 11.11.2010  über das Verhalten der Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland zum Gedenken an die „Reichskristallnacht“ in der Frankfurter Paulskirche.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0018842

Das Schlimmste verhütet. Wieder einmal.

Kennen Sie den? Zwei Juden im KZ. Sagt der eine: “Schlomo, da geht ein SS-Mann. Frag ihn doch, was die mit uns vorhaben.” Antwortet Schlomo: “Nur nicht provozieren, Moische, der Deutsche könnte böse werden.”

Ja, wenn man sich auf etwas 100%ig verlassen kann, dann ist es der sklavische Gehorsam deutscher Juden. Sagt man ihnen, sie sollen sich in einer Reihe aufstellen, stellen sie sich in einer Reihe auf. Sagt man ihnen, sie sollen sich um fünf Uhr früh am Bahnhof einfinden, stellen sie den Wecker auf vier Uhr, damit sie nicht zu spät kommen. Hätte man ihnen damals gesagt, sie sollen sich selber deportieren, hätten sie das auch gemacht und den Jungs von der SS und dem RSHA viel Arbeit erspart. Sie machen alles, was man ihnen sagt, denn wenn sie nicht mitmachen würden, könnte es ja noch schlimmer kommen. Und das Wichtigste im Leben ist ja zu verhindern, dass es noch schlimmer kommt.

Unter den Bedingungen einer Diktatur kann man so ein Verhalten verstehen und nachvollziehen. Niemand wird zum Helden geboren, und Feigheit, sagte schon Heiner Müller, sei “ein Menschenrecht”. Aber in einer Demokratie, einem Rechtsstaat? Erst wollten die Helden vom Zentralrat die Sache mit Grosser unterm Teppich halten. Als ihnen klar wurde, dass das nicht möglich sein würde, haben sie kurz den Löwen gespielt und mit dem Auszug aus der Paulskirche gedroht, um schließlich wie ein Bettvorleger vor dem Sofa der Oberbürgermeisterin zu landen. Grossers Rede, erklärten sie, wäre nicht so schlimm gewesen, wie sie es erwartet hatten, und wenn sie rausgegangen wären, wäre alles noch schlimmer geworden. Auf die einfache Idee, gar nicht erst hinzugehen, sind sie nicht gekommen, da waren sie intellektuell und mental überfordert. So saßen sie da, hörten brav zu und machten anschliessend Männchen wie dressierte Pudel. Doch der Weg vom Katzentisch zum Katzenjammer ist nicht weit. Jetzt überlegen sie, ob sie nicht doch was falsch gemacht haben. Tun Sie sich bitte den folgenden Briefwechsel an. 

Herr A schreibt an Herrn B:
Glaub mir, ich saß mit israelischen Fahnen und Bannern in der Paulskirche und habe auf die Sekunde gewartet, um aufzustehen. Die Rede war sehr geschickt formuliert. Wir hätten als Anti-Demokraten und mitleidlose Querulanten für das Leid der Menschheit dagestanden, aber… im Nachhinein war es trotzdem ein Fehler, nicht aufzustehen. Mit Feigheit hatte das aber nix zu tun…. wir haben einfach zu lange gewartet…. Grosser hat seine Kommentare getröpfelt fallen lassen, und während wir noch auf den großen Big Bang warteten, war es schon vorbei. Scheiße!
Die Entscheidung, dort hinzugehen, war NICHT MEINE!!!!!!!!!!! Ich war dagegen, weil ich genau vorausgesehen hatte, dass Grosser alles so verpacken würde, dass es schwer werden würde, aufzustehen. Als aber unsere lieben Frankfurter diese falsche Entscheidung getroffen hatten, ging es eigentlich nur noch darum, Schaden zu minimieren und ein einfaches Fernbleiben einzelner hätte dabei nichts gebracht. Erstens wäre ein großflächiger Boykott mit der Gemeinde, wie sie heute ist, kaum zu erreichen gewesen, und zweitens wären 5 oder 10 leere Stühle in der vollen Paulskirche absolut nicht aufgefallen.

Dennoch haben wir – dieses mal auch ich persönlich – tatsächlich auch darin versagt, unseren Protest vor Ort kund zu tun. Das zuzugeben, habe ich kein Problem, wie ich auch klar zugebe, dass der Kampf aufgrund des Geschehenen noch schwieriger werden wird…

Herr B schreibt an Herrn A:
Ich denke nicht, dass wir gestern verloren haben. Der Schaden war ja schon gemacht, als er (Grosser) von der OB eingeladen wurde. Ab dann konnten wir den Schaden nur noch begrenzen – und das ist denn doch, denke ich, gelungen – unseren Standpunkt haben wir vorher SEHR deutlich gemacht und die Würde des Tages dann dennoch bewahrt.

Nun denke ich, sehr SELBST-kritisch darüber nach:

Schaffen wir nicht manchmal gerade durch unsere laute, berechtigte Wut eine Aufmerksamkeit, die unsere Gegner geradezu genießen, weil wir ihnen einen Hype verschaffen, den sie ansonsten niemals haben könnten? Wer hat in den letzten Jahren je von Grosser groß geredet? Haben nicht auch WIR ihn nun so aufgeblasen, über seine eigentliche Bedeutung weit hinaus? Auch darüber müssen wir nachdenken und reden, was meinst Du?

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Lustig, nicht wahr? Wie nennt man so etwas unter den Gebildeten aller Stände: Post coitum omne animal triste. Oder auch: Fuck you!

nein, mit feigheit hat das nix zu tun, wenn sich paar juden von einem anderen juden anpinkeln lassen.
pass auf, mein lieber: witz und mut haben was gemeinsam: es kommt auf das timing an. drei sekunden zu lange gewartet, und die pointe ist hin. so ist es auch mit dem mut. ihr habt gesessen und gewartet und gewartet, bis der richtige moment kommt. so hats auch der widerstand im 3 reich gemacht – und plötzlich war die show vorbei.
ich sag dir was: ich will mit euch arschgeigen nix mehr zu tun haben. ich werde auf keiner veranstaltung auftreten oder auch nur im saal sitzen, bei der einer von euch dabei ist: du, der sensible herr korn und der eloquente herr graumann. und wenn ich einen von euch im ICE antreffe, ziehe ich die notbremse und steige auf offener strecke aus. ihr seid dumm, opportunistisch und feige. und es ist scheissegal, was grosser gesagt oder nicht gesagt hat, wie er seine rede getimet und aufgebaut hat! ZU SO EINEM GEHT MAN NICHT HIN! selbst wenn er nur aus dem telefonbuch oder aus grimms märchen vorgelesen hätte. ab gestern ist es legitim am 9. november über die opfer der juden zu sprechen statt über die jüdischen opfer der nazis. dafür habt ihr mit euerer anwesenheit gesorgt. so wie der oberschlaue herr kramer dafür gesorgt hat, dass islamophobie in einem atemzug mit antisemitismus genannt wird. und wie tante charly dafür gesorgt hat, dass benz einen koscheren abgang bekommt, indem sie eine ansprache bei seiner abschiedvorlesung gehalten hat. echt, aus dem antisemitismus kann nur was werden, wenn sich die juden seiner annehmen. ihr werdet den preis dafür bezahlen, eines tages, und ich werde keinen von euch auch nur auf mein klo lassen. shame on you! fuck you!
h

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Das Verhalten der Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland ist diplomatisch geschrieben „befremdlich“. Wir können dieses Verhalten auf Dummheit, Feigheit, Eigennutz und Überheblichkeit reduzieren. Denn Juden sind zumindest genauso korrupt wie andere Völker.

Dann wären wir mit unserer Betrachtung am Ende.

Wir können – zumindest für eine kurze Zeit – annehmen, dass das Verhalten der Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland einen hehren Hintergrund beherbergt. Welche sind die Möglichkeiten?

Der Zentralrat der Juden verwirft die jüdische Idee der Shoah und übernimmt die deutsche Auffassung des Holocaustes.

Die Shoah verpflichtet die Juden sich zu wehren, wenn sie angegriffen werden, was nach 1945 des Öfteren geschah.

Der Holocaust beauftragt die Deutschen, gegen jegliche Gewalt und Unterdrückung auf dem gesamten Planeten vorzugehen, was nicht möglich ist.

(Die Singularität der Schoah: http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_2736/)

Was missfällt dem Zentralrat der Juden an der Shoah und was gefällt ihm am Holocaust?

Die Mitglieder des Zentralrates sehnen sich nach Frieden. Sie wollen nicht mehr kämpfen. Sie wollen von der Gesellschaft beschützt werden.

Dafür sind sie bereit, auf die Auserwähltheit der Verfolgten zu verzichten, den Bund zwischen Gott und Abraham aufzukündigen.

Gleichsam mit der Auflösung Deutschlands streben sie die Auflösung des deutschen Judentums an.

Wäre es nicht bei diesem Wissen besser, wenn die Mitglieder des Zentralrates nur dumm, korrupt, feige und überheblich wären.

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