Der Islam gehört zu Deutschland

… Allerdings sprengt das Themenfeld „Islam“ die fein säuberliche Aufteilung der journalistischen Welt in „Innen“ und „Außen“.
Nehmen wir mal die Affäre um das Boot, das aus der Türkei nach Gaza aufgebrochen war, um dort die israelische Blockade zu brechen – die Mavi Marmara. Eine türkisch-islamische Hilfsorganisation namens IHH steckte hinter dem Unternehmen. Aber auch deutsche Abgeordnete der Linkspartei waren mit an Bord. Neun Menschen starben bei dem Versuch der israelischen Armee, das Boot zu stürmen.
Nun ist das für Deutschland ganz klar erst einmal eine außenpolitische Angelegenheit. Aber nicht mehr ausschließlich: Wenn die deutsche Regierung sich hier positioniert, hat das auch Auswirkungen in der Innenpolitik: Wie nimmt der Teil des Publikums, der selber türkische Wurzeln hat, die Einlassungen der deutschen Bundeskanzlerin oder des Außenministers wahr? Es kann sein, dass sich in einem solchen Konflikt die deutsche Kanzlerin im Wettbewerb befindet – im Wettbewerb mit dem türkischen Ministerpräsidenten um die öffentliche Meinung der Deutschtürken zum Thema Israel, Gaza, Blockade. Und wenn bei einer solchen Aktion neun türkische Staatsbürger sterben, dann ist das für ein Land wie Deutschland mit einer großen türkischen Minderheit ein Faktum von Bedeutung. In der deutschen Politik – und in den deutschen Medien – wird aber über den aktuellen israelisch-türkischen Konflikt immer noch geredet und geschrieben, als ginge uns diese Sache nur etwas an im Lichte unseres außenpolitischen Credos, die Existenz Israels sei „Teil der deutschen Staatsräson“. Ich glaube, dass hier in langer Sicht die innenpolitische Lage die außenpolitische Perspektive verändern wird.
Und nun kehrt das Thema in die Kulturpolitik zurück: Tal der Wölfe – Palästina: verbieten?

Der Islam ist ein innenpolitisches Thema, seit sich die Lesart durchgesetzt hat, dass erstens die Muslime nicht wieder weggehen, die durch die Migration hierhergekommen sind. Und zweitens, seit auch dem letzten klar geworden ist, dass diese Muslime ihren Islam nicht irgendwann abstreifen werden. Der Islam als Religion eines wesentlichen Teils der Bevölkerung muss Teil der staatverfassungsrechtlichen Wirklichkeit werden. Und mehr als das, denn damit ist ja nur die institutionelle Seite benannt. Man kann von einer „Einbürgerung des Islams“ sprechen …

Aus:
Der Islam gehört zu Deutschland von Jörg Lau, 7. März 2011, Zeit-Online
http://blog.zeit.de/joerglau/2011/03/07/der-islam-gehort-zu-deutschland_4696

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Der Ausschnitt aus einem langen Artikel hilft zu verstehen. Die Juden in Deutschland werden umdenken.

In absehbarer Zeit werden die Muslime in Deutschland eine Größe erreicht haben, die politische Rücksicht erfordert. Ob Türken oder Araber, ob fundamentalistisch oder areligiös, die übergroße Mehrheit der Muslime in Deutschland ist den Juden allgemein und dem Jüdischen Staat Israel im Besonderen unfreundlich, eher feindlich eingestellt. Juden verstehen und akzeptieren, dass Muslime keinen Unterschied zwischen Juden, Israelis und Zionisten kennen. Muslime betrauern keine toten Juden. Auch keine, die von den Nazis ermordet wurden.

Zaghaft verschämte Bündnisse zwischen Muslimen und politischen „Alternativen“ sind bereits heute erkennbar. Die Zahl der offenen Bündnisse zwischen Muslimen und dem Mainstream wird in absehbarer Zeit sprunghaft zunehmen.

Die Ermordung von sechs Millionen Juden schützte bisher die lebenden und überlebenden Juden in Deutschland. Diese Zeit endet. Nun stellen Muslime Forderungen, die erfüllt werden. Die neue Realität nimmt auf Juden und Israel keine Rücksicht.

Noch beugen sich die Deutschen dem Diktat ihres Verstandes. Wenn die Benzinpreise weiterhin nach oben klettern, Attentate zunehmen, die Arbeitslosigkeit steigt, dann wird die deutsche Mehrheitsbevölkerung Schuldige suchen.

In absehbarer Zeit werden die Muslime in Deutschland allein wegen ihrer Zahl nicht mehr schuldig sein. Dann werden die deutsche Mehrheitsbevölkerung und die Muslime gemeinsam die üblichen Schuldigen finden.

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