Kein Krieg in Libyen

Aachener Friedenspreis (1)

http://www.aachener-friedenspreis.de/uploads/media/Kein_Krieg_gegen_Libyen.pdf

Kein Krieg in Libyen (2)

Mit großer Sorge (3) beobachten wir das brutale und mörderische Vorgehen des Gaddafi-Regimes gegen die eigene Bevölkerung. Wir verurteilen (3) dieses Vorgehen entschieden.

Über Jahrzehnte haben die Regierungen der westlichen Staaten diesen Diktator aus eigennützigen, wirtschaftlichen Interessen und wegen der Ölressourcen des Landes mit den Waffen ausgerüstet, mit denen nun die Bürgerinnen und Bürger des libyschen Staates bedroht oder ermordet werden. (4)

Nach verschiedenen Agenturmeldungen sind Spezialkräfte der Bundeswehr völkerrechtswidrig in Libyen eingedrungen und haben deutsche Arbeitskräfte ’gerettet’ und nach Malta geflogen. Die Evakuierung wäre auch auf anderen, zivilen Wegen möglich gewesen. Derartige Maßnahmen sind nicht völkerrechtskonform. (5)

Die Äußerungen und Maßnahmen der Regierungen der USA, Frankreichs, Großbritanniens und auch Deutschlands über Flugverbotszonen über dem Territorium Libyens, die Verlagerung von Flugzeugträgern vor die libysche Küste erfüllen uns mit großer Sorge, da dieses Gebaren die Gefahr eines neuen Krieges heraufzubeschwören droht. (6)

Der UN-Sicherheitsrat hat Sanktionen gegen die libysche Regierung beschlossen.

Es gibt darüber hinaus keine Veranlassung, militärische Maßnahmen zu ergreifen.

Ausschließlich die UN hat unter engen Bedingungen die Möglichkeit, militärische Sanktionen zu erwägen. (7)

Wir fordern:

· Ein Ende aller Waffenlieferungen in die arabische Krisenregion

· Keine militärischen Maßnahmen gegen Libyen

· Unterstützung der friedlichen, demokratischen Kräfte in den arabischen Staaten

· Ausreichende Hilfen der EU und Deutschlands für die Flüchtlinge in der Krisenregion (8)

Aachen, den 6. März 2011

…………………………………………………………………………………….

(1) Neben einseitiger Kritik gegen Israel, die Manche nachvollziehbar als Antisemitismus bezeichnen, ist das andere ideologische Standbein des bürgerlich säkularen, eng mit katholischen „Friedens“aktivisten verbundenen „Aachener Friedenspreis“ der bedingungslose Pazifismus, der bei Gesellschaften gefunden wird, die ausgestorben sind. Dieser absolute Pazifismus wird nicht nur den Deutschen aufgebürdet, sondern allen, die Not leiden und nach Belehrungen lechzen. Also auch den Libyern.

(2) Die Überschrift „Kein Krieg in Libyen“ ist wohl mit Absicht grammatikalisch inkorrekt gewählt und soll suggerieren, dass es in Libyen keinen Krieg gibt. Die korrekte Überschrift müsste lauten: „Keinen Krieg in Libyen“. Denn der Aachener Friedenspreis möchte eine Erweiterung des Krieges verhindern. Die Tatsache, dass in Libyen Krieg in Form eines Bürgerkrieges herrscht, dürfte dem AK Antimilitarisierung des Aachener Friedenspreises bekannt sein. Inwieweit dieser Krieg in das Bewusstsein der Mitglieder eindringen konnte und durfte, ist eines der vielen uninteressanten Geheimnissen, mit denen sich der Aachener Friedenspreis umgibt.

(3) Als Autofahrer und Benzinverbraucher beobachte auch ich mit großer Sorge die Ereignisse im Norden Afrikas. Zu einer entschiedenen Verurteilung kann ich mich nicht durchringen, da ich weiß, dass sie keine Seite interessiert, also nichts bewirkt. Eine solch billige und entschiedene Verurteilung überlasse ich dem Aachener Friedenspreis, der sie aus gesellschaftsinternen Gründen bedarf.

(4) Ich bestätige die Aussage, dass die Regierungen der westlichen Staaten über Jahrzehnte diesen Diktator aus eigennützigen, wirtschaftlichen Interessen und wegen der Ölressourcen des Landes mit Waffen versorgt haben. Ob nun genau mit diesen Waffen die Libyerinnen und Libyer bedroht und / oder ermordet werden, kann ich nicht beantworten. Vorstellbar und wahrscheinlich ist, dass Weißrussland, welches bisher diesen Diktator nicht mit Waffen versorgt hat, nun aus eigennützigen, wirtschaftlichen Interessen, weniger wegen der Ölressourcen des Landes, an Gaddafi Waffen liefert, mit denen die Libyerinnen und Libyer bedroht und ermordet werden. Da der Aachener Friedenspreis nicht den geringsten Einfluss auf Weißrussland hat, ist es für den Aachener Friedenspreis von Vorteil, wenn NATO-Staaten und nicht der letzte unabhängige europäische Diktator an Gaddafi todbringende Waffen versendet. Doch in der Politik kann man sich seine Feinde nicht aussuchen.

(5) Es ist erfreulich zu vernehmen, dass unter Guttenberg, einem abhanden gekommenen Lieblingsfeind des Aachener Friedenspreises, es der Bundeswehr gelungen ist, Deutsche zu retten, auch wenn sie (die Bundeswehr) völkerrechtswidrig in Libyen eingedrungen sein sollte. Die Geretteten werden sich hoffentlich beim Richtigen bedanken und ihre Mitgliedschaft im Aachener Friedenspreis mit sofortiger Wirkung beenden.

Da ich im Gegensatz zum Aachener Friedenspreis kein Militärexperte und Militarist bin, weiß ich nicht, ob eine Evakuierung auf zivilem Wege möglich gewesen wäre. Die Rettung von Menschenleben ist für Humanisten ein höheres Gut als die Einhaltung völkerrechtskonformer Regeln in Diktaturen.

(6) Ich bin dagegen, dass sich die NATO am Krieg in Libyen beteiligt. Nicht weil ich einen neuen Krieg befürchte, denn der alte ist schlimm genug, wenn auch weder für mich, noch für den Aachener Friedenspreis. Ich bin gegen die Einmischung in diesem Bürgerkrieg, da nach anfänglicher geheuchelter Dankbarkeit der „Kämpfer für die Freiheit“ dieselben Kämpfer unsere Soldaten hinterrücks ermorden werden. Auch bin ich gegen Waffenlieferungen an die jetzige Opposition, da ich sicher bin, dass diese Waffen eines nicht fernen Tages gegen die deutsche Bevölkerung eingesetzt werden.

Wenig human, dafür einig mit dem Aachener Friedenspreis, plädiere ich für ein abwartendes Verhalten, bis die eine oder andere Seite erschöpft aufgibt. Die Zeit bis dahin sollte genutzt werden, um dem zu erwartenden Ansturm von Flüchtlingen erfolgreich zu begegnen. Unter den Flüchtlingen aus Libyen werden sich Gaddafis Terroristen und Mörder mischen, genauso wie sich unter den Flüchtlingen zum Ende des Zweiten Weltkrieg Nazischergen versteckten. Mit dem Unterschied, dass die Nazis sich in Südamerika unauffällig verhielten, Gaddafis Terroristen in Deutschland und Europa Attentate verüben werden. Möglicherweise in Aachen, möglicherweise während einer Veranstaltung des Aachener Friedenspreises.

(7) Das Vertrauen, welches der Aachener Friedenspreises der UNO entgegenbringt, kann nur jemand teilen, der damit zufrieden war, dass Libyen bis vor kurzem Mitglied im UN-Menschenrechtsrat war, und der damit zufrieden ist, dass der Iran Mitglied der UN-Frauenrechtskommission ist. Ich habe nicht verstanden, warum Libyen aus dem Menschenrechtsrat ausgeschlossen wurde. War Gaddafi zuvor ein Verteidiger der Menschenrechte?

(8) Mit leichten Modifikationen schließe ich mich den Forderungen des Aachener Friedenspreises an:

· Ein Ende aller Waffenlieferungen in die arabischen Ländern

· Kein militärisches Eingreifen in Libyen

· Unterstützung der friedlichen, demokratischen, antirassistischen und nicht antisemitischen Kräfte in den arabischen Staaten, sofern sie glaubhaft den Jüdischen Staat Israel nicht auslöschen wollen.

· Ausreichende Hilfen der EU und Deutschlands, um die Flüchtlinge in ihrer Heimat zu halten

Mit Dank erkenne ich an, dass der Aachener Friedenspreis dieses Mal keine verbalen Angriffe gegen Israel führt und den Juden nicht die Schuld für die mörderischen Auseinandersetzungen in Libyen gibt.

Solange der Krieg in Nordafrika auf beiden Seiten zwischen Muslimen geführt wird, die beide Israel und die Juden hassen, werden die Juden Israels von deutschen Antisemiten, den Versteher arabischer Kultur und Diktatur, unbehelligt bleiben.

11.03.2011. Nachtrag von pax christi, der katholischen Friedensbewegung, die dem säkularen Aachener Friedenspreis auf engste verbunden ist:

Die pax christi-Kommission Friedenspolitik verurteilt die offenkundigen Menschenrechtsverletzungen des Gaddafi-Regimes und jede Form von Gewaltanwendung bei den derzeitigen politischen Auseinandersetzungen in Libyen.

Deutung: Wenn sich die nach Freiheit lechzenden angegriffenen Rebellen mit Gewalt statt mit Beten verteidigen, so handeln sie genauso verbrecherisch wie die Anhänger des Massenmörders Gaddafi, die die Rebellen umbringen.

Die Katholiken verurteilen offenkundige Menschenrechtsverletzungen. Nicht-offenkundige Menschenrechtsverletzungen, die die Öffentlichkeit nicht erreichen, werden von den Katholiken toleriert.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aachener Friede abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Kein Krieg in Libyen

  1. Schungit schreibt:

    Das ist wieder die selbe Geschichte wie in Irak… und die Sprittpreise steigen wieder. Wann endet diese ganze Sache?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s